... daß die Ausstellung Cook und die Entdeckung der Südsee nur noch bis Ende diesen Monats - also bis zum 28.2.2010 - in Bonn zu sehen ist? Zwar gibt es nicht so üppig viel zu sehen über Cook als Person, was sehr bedauerlich ist, hätte ich mir doch zumindest seine Logbucheinträge zu den verschiedenen Zielen gewünscht, dafür aber viele Exponate der von ihm besuchten Inseln, in vielen Fällen erstmals für diese Ausstellung wieder zusammengetragen, welche einen umfangreichen Blick auf die verschiedenen Kulturen der Südsee und ihre historische Entwicklung bis zum Eintreffen der Europäer bieten. Darüberhinaus erlaubt die Ausstellung tiefe Einblicke in die damalige Mentalität, die Gründe und die Arbeitsweisen der Forschungsreisenden bis hin zu ihren Geldgebern und Hintergründen der Reisen. Die Visualisierung des Themas ist dabei mehr als nur gelungen, wurden doch Cooks drei Fahrten als Basis genommen, anhand derer man sich die einzelnen Inseln und Ziele erlaufen kann - teilweise mehrfach, wenn er sie mehrfach ansteuerte. Jedes mal bekommt man dabei einen neuen Blick auf die Ereignisse geboten, bekommt durch die geographisch orientiert platzierten Inseln ein Gefühl für die Dimensionen seiner Reise. Sehr spannend, sehr lustig - selten habe ich auf einer Ausstellung der letzten Zeit so viel Spaß gehabt wie hier - trotz der Tatsache, daß neben der Darstellung der Südseekulturen die europäische Seite bei den Exponaten in der Wahrnehmung etwas untergeht und ich kläglich am Verständnis der Berechnung von Längen- und Breitengrad gescheitert bin. Es gibt noch einen passenden Ausstellungskatalog, der allerdings trotz seiner inhaltlichen Qualität nicht mit der Visualisierung der Ausstellung mithalten kann.a
... daß 2010 das Mittelalter im Ruhrpott, genauer in Herne, in den Mittelpunkt rückt und zwar justamente einen Tag, bevor die Südsee-Austellung endet? Wie praktisch. Eine ganze Veranstaltungsreihe mit dem sinnigen Wortspiel "Aufruhr 1225" gibt die Chance, einen Blick auf eine Region zu werfen, die in der Vorstellung der meisten Menschen vor dem industriellen Kohlebergbau schlicht nicht existiert. Es wird in diesem Jahr einiges geboten - eine Motten-Rekonstruktion, Mittelalter zum Anfassenb, über 1000 Exponatec und als zentrales Element den Mordfall an einem Erzbischoff, der weitreichende Folgen für die gesamte Region bis heute hatte. Gehört die Ausstellung auch sicherlich zum Pflichtprogramm (Das Programm gibt es übrigens hier als PDF) für alle Einheimischen aus dem Mittelalter, so mag der Austellungskatalog für alle entfernter Lebenden zur Erwähnung gebracht werden.
... daß - ausgerechnet :) - die saufmittelalterlichen Militärlager wohl zumindest in diesem Punkt authentischer sind, als wir alle zusammen? Nicht wirklich neu für solche, die sich mit der passenden Epoche beschäftigen, hat die Welt nun einen, wenn auch etwas platten Artikel veröffentlicht in dem sie darauf verweist, daß es im Mittelalter durchaus auch leidlich rauher zuging als heuer - leider mit den üblichen Übertreibungen gespickt, dennoch lesenswert.
... daß Tutanchamun offensichtlich an simpler Malaria verstarb?
... daß es in Köln vom 24.1-25.4.2010 eine Ausstellung über Meissener Porzellan aus dem 18. Jahrhundert gibt?
Im Museum für Angewandte Kunst werden 280 Exponate aus Privatbesitz gezeigt, die man eher selten bis nie zu sehen bekommt. Neben den - immer wieder als Ausrüstungsinspiration geeigneten, Figurinen finden sich dort auch echte Vorbilder wie Tabatieren und natürlich Tafelgeschirr.

... daß man in Potsdam wieder gefahrlos Schlösser und Gärten fotografieren kann? Zumindest im Moment, respektive, bis eine Revision eventuell anders urteilt, denn das OLG Brandenburg entschied, daß die von der Stiftung preußische Schlösser ausgegebene Hausordnung zumindest für die Aussenansichten ihrer Schlösser sowie ihrer Parks nicht rechtens sind. Ein, wenn auch kleiner, Sieg für die Panoramafreiheit und gegen die zunehmende Kommerzialisierung unseres Kulturgutes, das schließlich auch mit Steuergeldern subventioniert wird, durch eigentlich einst nur zur Verwaltung desselben geschaffene Organe.
... daß die 50er in den USA zwar als durchaus seltsame Zeit angesehen werden dürfen, aber ein selbst für damalige Verhältnisse skurriler Zeitkapsel-Fall mit ebenso absurdem Gewinnspiel (wenig überraschend ohne glücklichen Gewinner) nun doch wieder restauriert wird? Im alten Glanz wird Miss Belvedere aber wohl kaum nochmals erstrahlen.